Vier Boote, 20 Ruderinnen und Ruderer und jede Menge Vorfreude – auch in diesem Jahr zog es uns wieder zur legendären Traversée de Paris. Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits begeistert von diesem besonderen Ruderwochenende zurückgekehrt waren, hatte sich unsere Gruppe dieses Jahr noch einmal vergrößert. Doch bevor es Richtung Paris ging, stand am Donnerstag erst einmal die Vorbereitung auf dem Programm. Boote sauber machen, abriggern, Material verstauen und den Hänger beladen – schließlich sollte am nächsten Morgen alles startklar sein. Freitags morgens ging es dann mit unserem Vereinsbus und drei weiteren PKW’s Richtung Frankreich. Übernachtet haben wir wie im vergangenen Jahr in mehreren Hütten auf dem Camping de Paris. Unser erster Anlaufpunkt war diesmal allerdings nicht direkt Paris, sondern Schloss Versailles. 

Einer Einladung, die wir im vergangenen Jahr erhalten hatten, waren wir gerne gefolgt und durften unsere Boote auf dem Gelände des Schlosses abladen und für eine ganz besondere Rudereinheit vorbereiten. Samstag Vormittag durften wir gemeinsam mit einigen anderen Vereinen, unter anderem dem Mainzer Ruderverein und der Frankfurter Germania, zwei bis drei Stunden vor der beeindruckenden Kulisse des Schlosses Versailles rudern. Überrascht wurden wir morgens schon mit einem gemeinsamen Petit déjeuner am Schloss und nach der Rudereinheit gab es sogar noch einem kleinen Snack. Wir wurden dort unglaublich herzlich empfangen und haben uns sehr wohlgefühlt. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, vor dieser traumhaften Kulisse zu rudern! 

Danach hieß es wieder Boote abriggern, Hänger beladen und weiter zum nächsten Ziel, dem Parc Nautique in Paris. Dort wurden die Boote erneut aufgeriggert und möglichst geschickt abgestellt, denn schließlich wollten wir am Sonntag Morgen besonders früh auf dem Wasser sein und einen guten Platz im Teilnehmerfeld ergattern. Nach der Anmeldung blieb natürlich noch Zeit, an den Ständen zu stöbern und das eine oder andere Ruderutensil zu shoppen, bevor es zurück zum Campingplatz ging. Der Nachmittag und Abend gehörten dann Paris. Diesmal führte unser Weg von der Avenue des Champs-Élysées über den Arc de Triomphe und einer kurzen Fahrt mit der Metro ins lebhafte Künstlerviertel Montmartre. Vorbei an kleinen Gassen ging es hinauf zur Sacré-Cœur, von wo aus wir einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen konnten. Anschließend ließen wir den Abend gemeinsam in einem kleinen Restaurant in einer der verwinkelten Gassen Montmartres bei gutem Essen und geselligem Beisammensein ausklingen. 

Sonntag klingelte der Wecker bereits gegen 3:30 Uhr denn kurz nach 6:00 Uhr mussten unsere Boote aufs Wasser. Inzwischen waren wir ein eingespieltes Team und so standen unsere vier Boote schon bald ganz vorne an der Startlinie. Um 7:15 Uhr fiel an der Brücke von Sèvres der offizielle Startschuss und los ging die Traversée – 26 Kilometer durch das Herz von Paris, vorbei an unzähligen Sehenswürdigkeiten und mitten durch eine der faszinierendsten Städte Europas. Rund 1.300 Ruderinnen und Ruderer und ca. 260 Booten waren dabei. Die gesamte Veranstaltung war wieder perfekt organisiert und die Atmosphäre einfach beeindruckend. 

In diesem Jahr zeigte sich die Seine allerdings etwas welliger als beim letzten Mal, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. 

Und besser könnte es nicht passen: Unser „Doppelvierer Europa“ hatte einen besonders guten Start und führte tatsächlich die ersten paar Kilometer das gesamte Feld an. Hunderte Boote auf der Seine, dazu die berühmten Wahrzeichen von Paris am Ufer und überall Zuschauer – die Traversée ist jedes Jahr aufs Neue ein beeindruckendes Schauspiel und ein ganz besonderes Erlebnis. Nach den 26 Kilometern wartete im Parc Nautique bereits die verdiente Belohnung auf alle Teilnehmer: leckeres Essen und Wein. Doch auch damit war unser Paris-Wochenende noch nicht vorbei. Am Abend stand noch einmal für einige Stunden Sightseeing auf dem Programm, bevor wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant am Campingplatz ausklingen ließen. Und natürlich durfte auch die gesellige und fröhliche Abschlussrunde auf der Terrasse unserer Hütten nicht fehlen. Nach einem gemeinsamen Frühstück am Montag Morgen ging es wieder Richtung Heimat. Im Gepäck hatten wir müde Arme und Beine, viele schöne Eindrücke und jede Menge gemeinsamer Erinnerungen. Und wenn man auf dieses Wochenende zurückblickt, klingt das Ganze doch schon sehr nach Wiederholung … vielleicht heißt es also auch im nächsten Jahr wieder: Paris, wir kommen!